Die Preise für THG-Zertifikate verharren weiterhin auf hohem Niveau, während das Handelsgeschehen aktuell etwas ruhiger geworden ist. Marktteilnehmer warten auf den bevorstehenden Kabinettsbeschluss, der voraussichtlich die finale Fassung des zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote enthalten wird. Nach aktuellem Stand wird der Beschluss nicht wie zuletzt geplant am 5. November, sondern erst am 12. November erwartet.
No Cap THG-Zertifikate des Handelsjahres 2025 wurden in KW 44 zu Preisen zwischen 220 und 230 €/t CO₂eq gehandelt. In der darauffolgenden KW 45 gaben die Preise leicht nach und bewegten sich in einer Spanne zwischen 200 und 220 €/t CO₂eq.
Im Segment der fortschrittlichen, doppelt anrechenbaren THG-Quoten lagen die Preise in KW 44 zwischen 415 und 450 €/t CO₂eq. Auch hier zeigte sich in KW 45 ein leichter Rückgang mit Handelspreisen zwischen 405 und 430 €/t CO₂eq.
Die 2026er Quote wurde zuletzt in einer Bandbreite zwischen 320 und 350 €/t CO₂eq gehandelt. 2027er Zertifikate notierten dagegen schwächer bei 220 bis 240 €/t CO₂eq.
Der Wert der durchschnittlichen Treibhausgasemissionen pro Energieeinheit des Stroms in Deutschland für das Verpflichtungsjahr 2026 wurde bekanntgegeben. Dieser liegt bei 119 kg CO2eq/GJ und damit unter dem aktuellen Wert des Jahres 2025 (124 kg CO2eq/GJ). Das Umweltbundesamt passt jährlich den Emissionswert des Strommixes an, abhängig davon, ob die Stromerzeugung „sauberer“ oder „dreckiger“ geworden ist. Grundsätzlich gilt, je geringer die Emissionswerte des Strommixes sind, desto mehr THG-Zertifikate können pro Energieeinheit gewonnen werden.
Zur Veranschaulichung: Im Jahr 2025 bewirkt 1 MWh in Verkehr gebrachter Strom eine Netto-Treibhausgasminderung von 0,373 t CO2eq. Im darauffolgenden Verpflichtungsjahr steigt diese Minderung auf 0,379 t CO2eq. Grundlage der Berechnung für 2026 bildet neben dem aktualisierten Emissionswert die RED III Referentenentwurfsregelung, die eine THG-Quote von 12 % und einen Basiswert von 94 kg CO2eq/GJ vorsieht. Ausgehend von einem Zertifikatspreis von 230 €/t CO2eq würde sich der Erlös von 85,79 €/MWh (8,58 ct/kWh) auf 87,17 €/MWh (8,72 ct/kWh) erhöhen.
Wie bereits im vorherigen Marketreport berichtet, gehen die Marktakteure weiterhin davon aus, dass mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes die Doppelanrechnung fortschrittlicher Kraftstoffe vollständig und sofort entfällt. Zwischenzeitliche Spekulationen über eine mögliche Übergangsregelung scheinen sich nicht zu erhärten. Zudem mehren sich die Hinweise, dass keine separaten Quoten für Schiffs- und Luftfahrt eingeführt werden sollen und die Gesamtquote bis 2040 auf 59 % steigen könnte, anstelle der bislang vorgesehenen 53 %. Weitere Informationen folgen nach der Kabinettssitzung.
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