Nach dem Kabinettsbeschluss vom 10. Dezember verzeichnete der THG-Quotenmarkt einen deutlichen Preissprung über nahezu alle Quotenarten und Handelsjahre hinweg. Die Marktaktivitäten nahmen insbesondere auf der Nachfrageseite deutlich zu.
Im Segment der No Cap THG-Zertifikate stiegen die Preise über alle betrachteten Handelsjahre deutlich an. Für das Handelsjahr 2025 werden Zertifikate aktuell in einer Spanne zwischen 245 und 260 €/t CO2eq gehandelt und damit rund 15 % über dem Niveau vor dem Kabinettsbeschluss. Auch das Handelsjahr 2026 folgte dieser Entwicklung. Während die Notierungen zuvor zwischen 330 und 345 €/t CO2eq rangierten, werden aktuell Preise zwischen 410 und 420 €/t CO2eq verzeichnet, was einem Anstieg von rund 23 % entspricht. Die 2027er-Quote reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein. Nach einem Preisniveau von 260 bis 270 €/t CO2eq vor dem Beschluss bewegen sich die Preise nun in einer Spanne von 295 bis 325 €/t CO2eq und damit rund 17 % höher.
Auch im Segment der fortschrittlichen THG-Quoten setzte sich die positive Preisentwicklung fort. Für das Handelsjahr 2025 lagen die Notierungen vor dem Kabinettsbeschluss bei 430 bis 440 €/t CO2eq und stiegen im Nachgang auf ein Niveau zwischen 480 und 500 €/t CO2eq an. Für das Handelsjahr 2026 werden fortschrittliche THG-Zertifikate derzeit zu Preisen zwischen 415 und 420 €/t CO2eq gehandelt. Der Aufschlag für GJ bewegt sich für das Handelsjahr 2026 im Bereich von 3 bis 6 €/GJ, während für das Handelsjahr 2025 ein Preis von rund 15 €/GJ zu verzeichnen ist.
Zum Jahresende ist im Markt erfahrungsgemäß eine erhöhte Nachfrage zu beobachten. Verpflichtete Unternehmen kennen zu diesem Zeitpunkt ihre in Verkehr gebrachten Mengen an Diesel- und Ottokraftstoffen und können daraus den konkreten Quotenbedarf ableiten. In dieser Phase erreichen die Preise typischerweise einen Peak. Marktteilnehmer erwarten jedoch, dass sich das Preisniveau auch in den kommenden Wochen auf dem erhöhten Niveau stabilisiert und nur moderat nachgeben dürfte.
Die inhaltlichen Änderungen des beschlossenen Referentenentwurfs haben wir bereits in unserem Marktbericht vom 15. Dezember ausführlich zusammengefasst und eingeordnet. Mit dem nun vom Kabinett beschlossene Referentenentwurf liegt für die Akteure erstmals eine belastbare Planungsgrundlage vor.
Aktuell wird davon ausgegangen, dass das Gesetzgebungsverfahren bis März / April 2026 abgeschlossen sein wird. Die Änderungen sollen dann rückwirkend zum 1.1.2026 Anwendung finden.
Wir bedanken uns für das anhaltend große Interesse an unseren Marktberichten sowie für das positive Feedback. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche und erholsame Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr und freuen uns auch im kommenden Jahr regelmäßig über die Entwicklungen im THG-Quotenmarkt zu informieren.
