Der erwartete Kabinettsbeschluss am 3. Dezember zur nationalen Umsetzung der RED III wurde erneut vertagt. Für das laufende Jahr verbleiben damit lediglich zwei Sitzungstermine, der 10. und der 17. Dezember, an denen das Kabinett den Referentenentwurf beraten und beschließen könnte.
Besonders am 3. Dezember, an dem viele Marktakteure mit einem Beschluss gerechnet hatten, führte die abermalige Verschiebung zu einem Anstieg der Handelsaktivitäten.
Für No Cap THG-Zertifikate des Handelsjahres 2025 lagen die Preise in KW 48 zwischen 215 und 225 €/t CO2eq, in KW 49 zwischen 215 und 220 €/t CO2eq. Die Preise für 2026 bewegten sich in KW 48 zwischen 340 und 355 €/t CO2eq und in KW 49 auf ähnlichem Niveau zwischen 330 und 345 €/t CO2eq. Für 2027 lagen die Notierungen in beiden Kalenderwochen zwischen 260 und 270 €/t CO2eq.
Bei den fortschrittlichen, doppelt anrechenbaren THG-Zertifikaten des Handelsjahres 2025 lagen die Preise in KW 48 zwischen 415 und 435 €/t CO2eq. In KW 49 trieb eine erhöhte Handelsaktivität die Preise leicht nach oben, sodass die Handelsspanne zwischen 430 und 440 €/t CO2eq lag.
Der Kabinettsbeschluss soll noch im Dezember erfolgen, wie auf der 2. Fachkonferenz Energie & Klima in Berlin in verschiedenen Beiträgen bestätigt wurde. Ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2026 ist allerdings ausgeschlossen, da der Bundesrat mindestens drei Wochen für die Beratung benötigt. Ein Beschluss in diesem Jahr würde den Marktakteuren jedoch zumindest die notwendigen Informationen liefern, um Vertragswerke entsprechend anzupassen. Mehrere Marktteilnehmer erwarten ein Inkrafttreten eher im März oder April 2026. Unklar bleibt dabei aktuell, ob etwaige Änderungen rückwirkend zum Jahresbeginn gelten oder erst ab dem Inkrafttreten Anwendung finden.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat mit den „Amtlichen Mineralöldaten August 2025“ neue Zahlen zur Beimischung von Biokraftstoffen veröffentlicht. Demnach wurden insgesamt 202.882 t Bioprodukt dem Dieselkraftstoff zugemischt, davon entfielen 192.371 t auf FAME und 10.337 t auf HVO. Im Vorjahreszeitraum war die Gesamtbeimischung mit 209.055 t höher (200.395 FAME, 8.473 t HVO). Während der FAME-Einsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist, zeigt sich beim HVO-Einsatz ein leichter Anstieg.
HVO wird von vielen Marktakteuren, als wichtige Erfüllungsoption für die THG-Quote betrachtet. Da HVO, anders als FAME, nicht der Beimischungsgrenze von 7 % unterliegt, kann es in größeren Mengen beigemischt werden. Zudem kann HVO fossilen Diesel in vielen Fahrzeugen ersetzen, wodurch es eine breite Abnehmerbasis findet.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen kann es für Unternehmen vorteilhaft sein, verschiedene Handelsmöglichkeiten zu nutzen. Die digitale Handelsplattform 14degrees ermöglicht Unternehmen eine sichere, effiziente und eigenbestimmte Abwicklung von Quotengeschäften und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, das eigene Netzwerk zu erweitern und Zugang zu weiteren Marktteilnehmern zu erhalten . Ab sofort können Angebote und Gesuche auch als Inserate eingestellt werden, womit auch komplexere Anforderungen, wie quartalsweise Auszahlungen berücksichtigt werden können. Zudem wird dadurch erstmals der reine Handel mit Gigajoule ermöglicht.
