In den vergangenen beiden Kalenderwochen zeigte sich der Markt für THG-Zertifikate insgesamt wenig bewegt. Das Handelsgeschehen verlief ruhig, größere Impulse blieben aus und die Preise stabilisierten sich. Die Blicke der Marktakteure richten sich weiterhin auf die politischen Entscheidungsprozesse. Die vom Bundesrat verabschiedeten Änderungsentscheidungen wurden mehrheitlich positiv aufgenommen. Zwischenzeitlich hat die Bundesregierung zudem ihre Stellungnahme zur Stellungnahme des Bundesrats zum RED III Entwurf veröffentlicht.
Für No Cap THG-Zertifikate des Handelsjahres 2025 wurden in KW 6 Preise zwischen 225 und 235 €/t CO2eq registriert. In der darauffolgenden KW 7 stabilisierte sich das Niveau. Abschlüsse erfolgten in einer Spanne von 230 bis 240 €/t CO2eq.
No Cap THG-Zertifikate des Handelsjahres 2026 notierten in KW 6 und 7 in einer Bandbreite von 410 bis 445 €/t CO2eq und lagen damit rund 15 € unter dem Niveau der Vorwoche. Der GJ-Preis für die fortschrittliche Unterquote 2026 bewegte sich in beiden Wochen unter 1 €/GJ.
Für THG-Zertifikate des Handelsjahres 2027 lag das Preisniveau in KW 6 und 7 zwischen 270 und 300 €/t CO2eq.
Doppelt anrechenbare THG-Zertifikate des Handelsjahres 2025 wurden in KW 6 in einer Spanne von 450 bis 460 €/t CO2eq gehandelt und in KW 7 zwischen 455 und 475 €/t CO2eq.
Insgesamt war in den beiden Wochen nur eine begrenzte Marktaktivität zu verzeichnen. Viele Marktteilnehmer warten weiterhin auf regulatorische Klarheit im Rahmen des laufenden Gesetzgebungsverfahrens. Zum Ende der KW 7 veröffentlichte die Bundesregierung (derzeit noch als Vorabfassung gekennzeichnet) ihre Gegenäußerung zu den Stellungnahmen des Bundesrates.
Hinsichtlich der vom Bundesrat angeregten Anhebung der THG-Quote für 2027 auf 17,5 Prozent hält die Bundesregierung an der im Entwurf vorgesehenen Zielmarke von 16 Prozent fest. Verwiesen wird dabei auf die bereits ambitionierte Ausgestaltung der Quote sowie auf den vorgesehenen Anpassungsmechanismus nach § 37h BImSchG, der greift, sofern die Übererfüllungen die vorgesehene jährliche Steigerung übersteigt und in diesem Fall zu einem automatischen Anstieg der THG-Quote führt.
Darüber hinaus sprach sich der Bundesrat dafür aus, den Ausschluss von Biokraftstoffen und weiteren erneuerbare Kraftstoffen ohne Möglichkeit von Vor-Ort-Kontrollen bereits ab 2026 (anstatt 2027) umzusetzen. Damit soll die Betrugsprävention frühzeitig gestärkt werden. Die Bundesregierung hat diesen Vorschlag zur Kenntnis genommen; eine weitere Prüfung erfolgt im parlamentarischen Verfahren.
Zudem stand eine Erhöhung des Mindestanteils erneuerbarer Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs zur Diskussion (ab 2030 von 1,2 auf 2,5 Prozent, ab 2032 von 1,5 auf 3,0 Prozent und ab 2034 von 2,5 auf 3,5 Prozent). Die Bundesregierung folgt diesem Vorschlag jedoch nicht. Zur Begründung wird darauf verwiesen, dass der Gesetzentwurf bereits für 2030 einen Mindestanteil von 1,2 Prozent vorsieht, der deutlich oberhalb der europäischen Mindestanforderung liegt. Eine weitergehende Anhebung wird daher derzeit nicht als zielführend angesehen.
Insgesamt sieht die Bundesregierung die THG-Quote des BImSchG als zentrales Instrument zu Förderung von erneuerbaren Energien im Verkehr und teilt die Auffassung, dass die im Gesetzentwurf ergriffenen Maßnahmen den Klimaschutz im Verkehrsbereich stärken und den Hochlauf fortschrittlicher Kraftstoffoptionen unterstützen.
Weder die Stellungnahmen des Bundesrates noch die Gegenäußerung der Bundesregierung bedeuten eine abschließende Entscheidung im Gesetzgebungsverfahren. Ausschlaggebend sind die nun anstehenden parlamentarischen Beratungen. Erst nach Beschluss durch den Bundestag und anschließender Behandlung im Bundesrat ist das Verfahren formal abgeschlossen. Die erste Lesung im Bundestag ist für Ende Februar angesetzt.
Ankündigung 14degrees
Ab dem 1. März werden die ausführlichen Marktberichte exklusiv auf der 14degrees Handelsplattform veröffentlicht.
Mit den bislang öffentlich zugänglichen Marktberichten haben wir im vergangenen Jahr einen Beitrag zur mehr Markttransparenz geleistet. Das positive Feedback aus dem Markt hat uns darin bestärkt, diesen Weg fortzusetzen und die Berichte künftig gebündelt über die 14degrees Handelsplattform bereitzustellen. Zudem wird dort der Newsbereich weiter ausgebaut. Ein erster Schritt ist die Erweiterung der Preischarts um historische Werte, detailliertere Darstellungen und GJ-Preise.
Wenn Sie die 14degrees Marktberichte weiterhin verfolgen oder einen Zugang zur B2B Handelsplattform für THG-Quoten haben möchten, kontaktieren Sie uns gerne unter service@14degrees.de, buchen Sie sich einen Termin über die 14degrees Website oder rufen Sie uns an unter +49 151 51821329.
