THG-Quotenmarkt: Preisentwicklung, Forderung nach schneller Gesetzesklärung

In KW 14 und 15 zeigten sich die Handelsaktivitäten im Markt für THG-Zertifikate insgesamt ruhig. Rund um die Osterfeiertage war die Liquidität im Markt deutlich reduziert und nur wenige Marktteilnehmer aktiv. Zusätzlich dämpfte die weiterhin bestehende Unsicherheit hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der THG-Quote sowie die offene Frage zum Zeitpunkt des Inkrafttretens die Kaufbereitschaft.

Für No Cap THG-Zertifikate des Handelsjahres 2025 lagen die Preise in KW 14 und 15 im Bereich zwischen 210 und 220 €/t CO2eq und damit auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorwochen. Doppelt anrechenbare THG-Zertifikate des Handelsjahres 2025 wurden in beiden zurückliegenden Kalenderwochen zu Preisen zwischen 420 und 440 €/t CO2eq gehandelt. Grundsätzlich finden für das Jahr 2025 aber kaum noch Handelsaktivitäten statt, da die meisten quotenverpflichteten Mineralölunternehmen ihre Verpflichtungen für das Handelsjahr 2025 bereits erfüllt haben.

Im Segment der THG-Zertifikate des Handelsjahres 2026 bewegte sich das Preisniveau in KW 14 zunächst zwischen 425 und 435 €/t CO2eq. Zum Ende der Woche gab das Niveau leicht nach und rangierte infolge der feiertagsbedingt geringeren Marktaktivität zwischen 410 und 425 €/t CO2eq. Auch in der darauffolgenden KW 15 verblieben die Preise zunächst zwischen 410 und 430 €/t CO2eq. Zur Wochenmitte setzte eine Aufwärtsbewegung von rund 10 bis 15 €/t CO2eq ein, sodass sich die Preise zwischen 430 und 440 €/t CO2eq einpendelten. Hintergrund dieser Entwicklung waren Berichte über einen Waffenstillstand im Nahen Osten, die zu rückläufigen Diesel-Futures führten und damit unterstützend auf das Preisniveau der THG-Zertifikate wirkten. Zeitweise resultierten kriegsbedingte Verwerfungen in einem negativen Preisdelta zwischen Biodieselprodukten an den Märkten und ihrem fossilen Diesel Äquivalent. Der GJ-Preis für die fortschrittliche Unterquote des Jahres 2026 lag zu Beginn der KW 14 zunächst unterhalb von 0,25 €/GJ und stieg im weiteren Wochenverlauf auf bis zu 1,0 €/GJ an. Dieses Preisniveau hielt sich auch in der darauffolgenden KW 15.

Das Preisniveau für THG-Zertifikate des Handelsjahres 2027 bewegte sich weiterhin in einer Bandbreite zwischen 260 und 280 €/t COeq.

Verschiedene Verbände, darunter der MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland e.V., Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie e.V., UNITI Bundesverband EnergieMittelstand e.V. sowie der Bundesverband Bioenergie e.V. haben zuletzt verstärkt politischen Handlungsbedarf adressiert. In einem gemeinsamen Positionspapier vom 9. April forderten die Organisationen den Deutschen Bundestag auf, das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Weiterentwicklung der THG-Quote zeitnah fortzuführen und insbesondere die zweite und dritte Lesung des Bundestags unverzüglich abzuschließen, um kurzfristig Rechtssicherheit zu schaffen.

Die aktuellen Verzögerungen führen zu erhöhter Unsicherheit im Markt. Von zentraler Bedeutung bleibt dabei die offene Frage, ob das Gesetz noch rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft treten wird. Viele Quotenverpflichtete hatten ihre Beschaffungsstrategie bereits auf eine rückwirkende Abschaffung der Doppelanrechnung für fortschrittliche Kraftstoffe ausgerichtet und demnach große Mengen Biokraftstoffe eingekauft. Sollte eine solche Regelung nicht umgesetzt werden, könnten daraus erhebliche Übererfüllungen entstehen und erneut Marktverwerfungen ausgelöst werden.

Auf der 14degrees Handelsplattform werden nach der finalen Verabschiedung des Gesetzes auch entsprechende Anpassungen infolge der regulatorischen Änderungen erfolgen. Über den weiteren Verlauf wird in den Marktberichten informiert.