In den Kalenderwochen 30 und 31 zeigte sich der THG-Markt insgesamt stabil. Der Handel war in KW 30 überwiegend auf das Verpflichtungsjahr 2026 ausgerichtet, während in KW 31 auch das Verpflichtungsjahr 2027 vermehrt in den Fokus rückte.
Zu Wochenbeginn beider Kalenderwochen wurden erhöhte Handelsaktivitäten beobachtet. Gleichzeitig gab es jedoch auch handelsschwächere Tage, was unter anderem auf die Sommerferienzeit zurückzuführen ist, in der zahlreiche Marktteilnehmer vorübergehend nicht aktiv am Marktgeschehen teilnahmen.
Die anhaltend niedrigen Wasserstände des Rheins erschweren weiterhin die Einfuhr von Biokraftstoffen als physische Erfüllungsoption der THG-Quote. Prognosen gehen von weiter sinkenden Pegelständen aus. Vereinzelt wurde bereits die Sorge geäußert, dass einzelne Rheinabschnitte in den kommenden Wochen für den gewerblichen Schiffsverkehr nicht mehr befahrbar sein könnten. Eine weitere Verschärfung der logistischen Situation würde die Möglichkeiten der physischen Quotenerfüllung zusätzlich einschränken.
Die eingeschränkten Möglichkeiten der Quotenerfüllung stützten die Nachfrage nach THG-Zertifikaten. Besonders gefragt waren dabei THG-Zertifikate aus Ladestrom.
Die Preise für No-Cap-THG-Zertifikate des Verpflichtungsjahres 2026 bewegten sich in den Kalenderwochen 30 und 31 überwiegend in einer Spanne zwischen 490 und 500 €/t CO2. Damit behauptete sich das Preisniveau auf dem erhöhten Niveau der Vorwochen. Einzelne Verkäufer versuchten, Mengen zu Preisen von 500 €/t CO2eq anzubieten, konnten diese Preisvorstellungen bislang jedoch nicht am Markt durchsetzen. Die fortschrittliche Unterquote 2026 blieb unverändert bei unter 0,5 €/GJ.
Für das Verpflichtungsjahr 2027 lagen die Preisnotierungen in den Kalenderwochen 30 und 31 überwiegend zwischen 400 und 410 €/t CO2eq. Mit der stärkeren Ausrichtung des Handels auf dieses Verpflichtungsjahr nahm in KW 31 auch die Liquidität zu.
Die Preisindikationen für das Verpflichtungsjahr 2028 bewegten sich weiterhin zwischen 435 und 445 €/t CO2eq. Dieses Verpflichtungsjahr stand jedoch unverändert nicht im Mittelpunkt der Handelsaktivitäten.
