THG-Quotenmarkt: Preisentwicklung, steigende Preise infolge sinkender Rheinpegel

In den Kalenderwochen 28 und 29 zeigte sich am THG-Markt ein wechselhaftes Bild, während das Preisniveau weiter anstieg.

KW 28 begann mit hohen Handelsaktivitäten und das erhöhte Kaufinteresse quotenverpflichteter Unternehmen führte im ersten Teil der Woche zu anziehenden Preisen auf bis zu 485€/t CO2eq für No Cap THG-Zertifikate, während die Nachfrage im zweiten Wochenteil weitestgehend gering ausfiel. Der wieder aufflammende Konflikt zwischen den USA und dem Iran führte zu höheren Kraftstoffpreisen und damit zu der Erwartung eines sinkenden Kraftstoffabsatzes, der in verringertem Bedarf an THG-Zertifikaten resultiert. Die Preise für No-Cap-THG-Zertifikate des Verpflichtungsjahres 2026 lagen in der KW 28 überwiegend zwischen 475 und 485 €/t .

In KW 29 zogen die Preise ab Dienstag weiter an und näherten sich zu Redaktionsschluss Marke von 500€/t an, wobei viele Verkäufer auf eine sich weiter verschärfende Versorgungslage setzen und nur wenige Mengen in den Markt geben.

Die sinkenden Wasserstände des Rheins beeinflussen dabei aktuell wesentlich die physische Quotenerfüllung durch die Beimischung von Biokraftstoffen. In den folgenden Wochen ist nicht auszuschließen, dass die logistischen Einschränkungen sich weiter verschärfen. Betroffen sind besonders Versorgungsnehmer im Westen Deutschlands. Ein Rückgang in der physischen Quotenerzeugung führt in der Regel zu einer verstärkten Erfüllung über den Zertifikatsmarkt. Mit Blick auf die Wetterlage in Westdeutschland ist ein weiteres Absinken des Rheinpegels wahrscheinlich.

Die fortschrittliche Unterquote 2026 wurde von der Marktdynamik nicht erfasst und blieb zunächst unverändert bei unter 0,5 €/GJ. Für das Verpflichtungsjahr 2027 lagen die Preise in den KW 28 und 29 konstant zwischen 400 und 415 €/t CO2eq, das Interesse im Markt war insbesondere in KW 28 vergleichsweise hoch.

Erste Preisindikationen für das Verpflichtungsjahr 2028 bewegten sich zwischen 430 und 440 €/t CO2eq. Dieses Verpflichtungsjahr steht jedoch weiterhin nicht im Fokus der Handelsaktivitäten.