THG-Quotenmarkt: Preisentwicklung, Geopolitische Einflüsse sorgen für verhaltene Preisbewegungen im THG-Markt

Unter anhaltenden politischen Einflüssen des Iran-Krieges fluktuierten die Preise für THG-Tickets in KW 38/39 verhalten. Weiter stark anziehende Dieselpreise wirkten preisdämpfend auf die Ticketseite ein, da Preissteigerungen auf fossiler Seite in der Regel mit Nachfragerückgängen an den Zapfsäulen einhergehen. Wesentlicher Impuls war die Bekanntgabe der Aussetzung von Rohöllieferungen seitens Saudi Aramco an europäische Abnehmer im Zuge der Attacken von Huthi-Rebellen auf saudische Versorgungsinfrastruktur.

Preisstützend zeigten sich weiter die sehr niedrigen Rheinpegelstände im Westen Deutschlands. Die Wetterprognosen weisen hier weiter nur wenig Potenzial für  kurzfristige Besserungen aus, sodass die physische Erfüllung weiter stark eingeschränkt bleiben dürfte. Durch die seit mehreren Monaten bestehenden Einschränkungen ist zudem fraglich, ob alle Rheinanlieger die entstandenen Blending-Lücken im Bereich der Biokraftstoffe im vierten Quartal ausgleichen können oder hier nicht doch andere Erfüllungsoptionen nutzen müssen.

Die Marktpreise entwickelten sich von KW 38 zu KW 39 leicht rückläufig auf einem insgesamt stabilen Niveau. Kosteten Tickets im Segment No Cap 2026 in KW 38 zwischen 515 – 520 €/t CO2eq, sank das Niveau in KW 39 auf 510 – 515 €/t CO2eq.

Das Preisniveau für das Verpflichtungsjahr 2027 hielt sich hingegen in beiden Wochen konstant zwischen 425 und 435 €/tCO2eq (No Cap).

Die steigende Anzahl an No Cap Offerten für 2028 rangierten zwischen 460 und 470 €/t CO2eq. Die fortschrittliche Unterquote für 2026 blieb unverändert bei unter 0,5 €/GJ, für spätere Handelsjahre liegen aktuell keine Marktaktivitäten vor. RFNBO-Unterquote handelte im Markt um 100 €/GJ, verzeichnete aber im Spotmarkt ebenfalls nur eine geringe Liquidität.

Neue Impulse dürften im Markt zeitnah von regulatorischer Seite kommen. Der THG-Wert für Ladestrom wird in der Regel vom Umweltbundesamt im Oktober veröffentlicht und wird die Verfügbarkeit von Mengen aus der Elektromobilität im Jahr 2027 beeinflussen. Beobachter gehen von einer leichten Besserung des THG-Wertes von aktuell 119 g CO2/MJ aus. Mit steigender Planungssicherheit auf Produzentenseite, dürfte das Interesse für Vertragsschlüsse seitens vieler CPOs ansteigen.